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Universal Commerce Protocol (UCP)

Das Universal Commerce Protocol (UCP) ist ein offener Standard von Google und Shopify, der den gesamten Commerce-Lifecycle für KI-Agenten standardisiert. Während das ACP sich auf Checkout und Payment konzentriert, deckt UCP alles ab — von der Produktentdeckung bis zum Retoure-Management.

Was ist UCP?

Das Universal Commerce Protocol (UCP) definiert einen offenen Standard für den gesamten Lebenszyklus einer Handelstransaktion zwischen KI-Agenten und Händlern: Produktentdeckung, Identitätsverknüpfung, Checkout, Bezahlung und Post-Purchase-Management.

UCP versteht sich als ganzheitliche Lösung. Es beantwortet nicht nur die Frage "Wie kauft ein Agent ein?", sondern auch "Wie findet ein Agent Produkte?", "Wie verknüpft er Kundenkonten?" und "Wie werden Retouren abgewickelt?"

Google und Shopify als Treiber

Google bringt seine enorme Reichweite ein: Google Search, Google Shopping, Google Maps und der neue Business Agent erreichen Milliarden von Nutzern. UCP definiert, wie KI-gestützte Commerce-Interaktionen in diesen Produkten funktionieren.

Shopify bringt das Händler-Netzwerk: Über 2 Millionen aktive Shops weltweit. Shopify hat bereits einen MCP-Server bereitgestellt, der Agenten Zugriff auf Produktkataloge und Checkout gibt — eine erste Implementierung der UCP-Vision.

Weitere Partner sind unter anderem Adobe Commerce, BigCommerce und PayPal. Google positioniert UCP als den Standard, um den herum ein breites Ökosystem entsteht.

Der Commerce-Lifecycle in vier Phasen

Phase 1: Discovery

Der Agent findet Produkte. UCP standardisiert, wie Produktkataloge bereitgestellt und durchsucht werden — vergleichbar mit dem Product Feed Spec in ACP, aber breiter. Discovery umfasst auch Kategorisierung, Filterung und semantische Suche.

Phase 2: Identity Linking

Ein Feature, das ACP nicht hat: Der Agent kann ein bestehendes Kundenkonto beim Händler verknüpfen. Das ermöglicht personalisierte Preise, Treuepunkte, gespeicherte Adressen und Bestellhistorie — Informationen, die die Kaufentscheidung verbessern.

Phase 3: Checkout

Warenkorb erstellen, Versandoptionen wählen, bezahlen. Funktional ähnlich wie die ACP Checkout API, aber in den breiteren UCP-Lifecycle eingebettet. UCP ist mit AP2 für die Payment-Schicht kompatibel.

Phase 4: Order Management

Nach dem Kauf: Bestellstatus abfragen, Tracking-Informationen abrufen, Retouren initiieren, Kundenservice kontaktieren. Diese Phase fehlt in ACP komplett — UCP definiert, wie ein Agent auch nach dem Kauf für den Nutzer handeln kann.

Participant-Rollen

UCP definiert drei Rollen im Handelsprozess:

  • Buyer: Der Nutzer, der den Agenten beauftragt. Gibt Ziele vor, bestätigt Käufe, erhält die Ware.
  • Agent: Das KI-System, das im Auftrag des Buyers handelt. Sucht Produkte, vergleicht, führt Checkout durch.
  • Seller: Der Händler, der Produkte anbietet. Stellt Produktdaten bereit, verarbeitet Bestellungen, übernimmt Fulfillment.

Langfristig könnte ein vierter Teilnehmer hinzukommen: der Seller Agent — ein KI-Agent, der auf Händlerseite agiert und mit dem Buyer Agent verhandelt.

Kompatibilität mit anderen Protokollen

UCP wurde bewusst als "Dach" konzipiert, das mit anderen Protokollen zusammenarbeitet:

  • A2A (Agent-to-Agent): Googles Protokoll für die Kommunikation zwischen KI-Agenten. UCP nutzt A2A, wenn mehrere spezialisierte Agenten zusammenarbeiten.
  • AP2: Für die Payment-Schicht. UCP delegiert Zahlungen an AP2-kompatible Systeme.
  • MCP: Für die Tool-Kommunikation. Shops können UCP-kompatible Endpunkte als MCP-Server bereitstellen.

Business Agent und Merchant Center

Google hat parallel zu UCP den Business Agent vorgestellt — ein KI-System, über das Kunden direkt in Google Search mit Marken und Händlern interagieren können. Der Business Agent ist die erste Google-seitige Implementierung von UCP.

Im Google Merchant Center werden neue Datenattribute eingeführt, die speziell auf conversational Commerce abzielen: erweiterte Produktbeschreibungen, Rückgaberichtlinien in strukturiertem Format und Agent-kompatible Checkout-Informationen.

UCP vs. ACP

Aspekt ACP UCP
Scope Checkout + Payment Full Commerce Lifecycle
Discovery Product Feed Spec Umfassende Discovery-Phase
Identity Nicht enthalten Identity Linking
Post-Purchase Nicht enthalten Order Management, Retouren
Payment SharedPaymentToken AP2-kompatibel
Erste Impl. ChatGPT Google Search / Business Agent

Die Protokolle konkurrieren nicht direkt — sie lösen unterschiedlich breite Probleme. Ein Händler, der beide unterstützt, erreicht sowohl ChatGPT- als auch Google-Nutzer. Mehr dazu: ACP vs. UCP vs. AP2.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen UCP und ACP?

UCP deckt den gesamten Commerce-Lifecycle ab (Discovery bis Post-Purchase), ACP fokussiert auf Checkout und Payment. UCP ist breiter, ACP ist tiefer im Checkout-Bereich. Beide können nebeneinander existieren.

Brauche ich UCP als Shopify-Händler?

Shopify arbeitet aktiv an der UCP-Integration. Als Shopify-Händler profitieren Sie voraussichtlich automatisch — über den Shopify MCP-Server und native Plattform-Updates.

Ist UCP nur für Google-Produkte relevant?

Nein. UCP ist als offener Standard konzipiert. Die ersten Implementierungen laufen in Google-Produkten (Search, Shopping, Business Agent), aber das Protokoll kann von jedem Agenten genutzt werden.

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