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Agentic Commerce Protokolle

Damit KI-Agenten mit Online-Shops handeln können, braucht es gemeinsame Standards. Aktuell definieren fünf Protokolle die Spielregeln für Agentic Commerce — jedes mit unterschiedlichem Fokus und unterschiedlichen Initiatoren.

Warum braucht Agentic Commerce Protokolle?

Ohne standardisierte Protokolle müsste jeder KI-Agent für jeden Online-Shop eine individuelle Integration bauen. Bei Millionen von Shops und Dutzenden von Agenten ist das nicht skalierbar. Protokolle lösen dieses Problem, indem sie eine gemeinsame Sprache definieren — für Produktdaten, Checkout, Payment und Kommunikation.

Die Analogie zum Web: HTTP, HTML und URLs sind die Protokolle, die das World Wide Web ermöglicht haben. Ohne sie wäre jede Website ein isoliertes System. Agentic Commerce braucht seine eigene Protokollschicht — und genau diese wird gerade gebaut.

ACP — Agentic Commerce Protocol

OpenAI + Stripe

Agentic Commerce Protocol

Der offene Standard für Checkout und Payment im Chat. ACP definiert, wie KI-Agenten Produkte finden, Warenkörbe erstellen und Käufe über tokenisierte Zahlungen abschließen.

  • Fokus: Checkout & Payment
  • Status: Beta, produktiv in ChatGPT
  • Lizenz: Apache 2.0 (Open Source)
ACP im Detail →

UCP — Universal Commerce Protocol

Google + Shopify

Universal Commerce Protocol

Das umfassendste Protokoll: UCP deckt den gesamten Commerce-Lifecycle ab — von der Produktentdeckung über Identitätsverknüpfung und Checkout bis zum Post-Purchase-Management.

  • Fokus: Full Commerce Lifecycle
  • Status: Beta
  • Lizenz: Offen
UCP im Detail →

AP2 — Agent Payments Protocol

Google + Mastercard

Agent Payments Protocol

Ein universelles Payment-Framework für KI-Agenten. AP2 nutzt digital signierte "Mandates" — Autorisierungen, die festlegen, was ein Agent ausgeben darf.

  • Fokus: Universal Payment
  • Status: Beta
  • Lizenz: Offen
AP2 im Detail →

MCP — Model Context Protocol

Anthropic

Model Context Protocol

Die Infrastrukturschicht: MCP verbindet KI-Modelle mit externen Tools und Datenquellen — der "USB-Anschluss für KI". Kein Commerce-Protokoll, aber die Basis, auf der Commerce stattfindet.

  • Fokus: KI-Tool-Kommunikation
  • Status: Produktiv, breite Adoption
  • Lizenz: Open Source
MCP im Detail →

x402 / mpp — Micropayment-Protokolle

Coinbase / Tempo

Micropayment-Protokolle

Für die Maschine-zu-Maschine-Ökonomie: x402 nutzt den HTTP-Statuscode 402, um Zahlungen in HTTP-Requests einzubetten. Zahlung über Stablecoins (USDC). Ideal für API-Zugriffe und digitale Inhalte.

  • Fokus: Micropayments, M2M
  • Status: Früh
  • Lizenz: Offen
x402 im Detail →

Vergleich

Eigenschaft ACP UCP AP2
Initiator OpenAI + Stripe Google + Shopify Google + Mastercard
Fokus Checkout & Payment Full Lifecycle Universal Payment
Lizenz Apache 2.0 Offen Offen
Status Beta Beta Beta
Erste Impl. ChatGPT Google Search Google Wallet

Einen ausführlichen Vergleich mit Empfehlungen finden Sie auf der Seite ACP vs. UCP vs. AP2.

Häufig gestellte Fragen

Welches Protokoll ist das wichtigste?

Das hängt vom Kontext ab. Für Checkout und Payment ist ACP aktuell am weitesten. Für den gesamten Commerce-Lifecycle bietet UCP den breitesten Scope. AP2 ist führend bei der Payment-Schicht. MCP ist die universelle Infrastruktur darunter.

Müssen Händler alle Protokolle implementieren?

Nein. Starten Sie mit dem Protokoll, das zu Ihrem primären Vertriebskanal passt — ACP für ChatGPT, UCP für Google. Langfristig ist eine Multi-Protokoll-Strategie sinnvoll, aber nicht sofort nötig.

Sind die Protokolle kompatibel miteinander?

Teilweise. UCP ist mit MCP und AP2 kompatibel. ACP kann über MCP-Server bereitgestellt werden. Die Protokolle ergänzen sich eher als dass sie konkurrieren — ähnlich wie HTTP, OAuth und JSON im Web.

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